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Positionierung selbst entwickeln?

Positionierung entscheidet, ob Sie gewählt werden – gerade jetzt.

Märkte verschieben sich, Unternehmen restrukturieren, fusionieren oder stellen sich nach einer Nachfolge neu auf. Gleichzeitig recherchieren Kunden, Partner und Bewerber immer häufiger mit KI-Assistenten, die jedes Unternehmen auf wenige Sätze verdichten. Wer dort nicht klar unterscheidbar ist, wird austauschbar.

Trotzdem hören wir in Gesprächen mit Geschäftsführern immer wieder: „Unsere Positionierung haben wir gerade erst selbst geschärft.“ Ist das eine gute Idee? Wir sind überzeugt: Eine tragfähige Positionierung braucht den Blick von außen und eine neutrale Begleitung.

10 Gründe, warum die Do-it-yourself-Positionierung scheitert

  1. Der Tunnelblick: Bei Investitionen, Recht oder Steuern holen Sie selbstverständlich externe Expertise. Bei der eigenen Positionierung vertrauen Sie allein auf die interne Perspektive? Ein teurer Denkfehler.
  2. Die Kunden-Blackbox: Die letzte Kundenbefragung ist Jahre her. Im Workshop wurde viel über das eigene Unternehmen gesprochen, aber kein Kunde gefragt, welchen Wert Sie tatsächlich schaffen. So gelangen Sie nicht in die Köpfe Ihrer Kunden.
  3. Purpose statt Positionierung: Am Ende steht ein Sinn-Satz, der sich für alle gut anfühlt. Positionierung hat aber weniger mit Ihnen zu tun, als man denkt, und viel mehr mit den ungelösten Problemen Ihrer Zielgruppe.
  4. Oberflächliche Workshops: Ein Halbtages-Workshop ohne vorherige Analyse von Trends, Kundenbedürfnissen, Wettbewerb und eigenen Stärken. Danach soll alles besser werden. Wird es aber nicht, weil das Fundament fehlt.
  5. Die KI-Abkürzung: Ein Positionierungssatz aus ChatGPT klingt schnell professionell. Aber KI liefert das Wahrscheinliche, nicht das Unterscheidende. Das Ergebnis ähnelt dem Ihrer Wettbewerber, denn die fragen dieselben Systeme.
  6. Angst vor der Entscheidung: Am Ende stehen zwölf Kompetenzen, acht Branchen und sieben Zielgruppen auf den Folien. Gut gemeint, aber ohne die Zuspitzung, die bei Kunden ankommt.
  7. Das Akzeptanz-Problem: Nur wenige Führungskräfte waren eingebunden. Der Rest der Organisation weiß nicht, worum es geht, und begegnet der Neuausrichtung von Anfang an skeptisch.
  8. Gekaufte Harmonie: Im Workshop stimmen Führungskräfte der Geschäftsführung zu, obwohl sie anderer Meinung sind. Ohne neutrale Moderation entsteht ein Konsens, der strategisch wertlos ist.
  9. Das Lippenbekenntnis: Was die Positionierung für Preis, Vertrieb und Leistung bedeutet, bleibt ungeklärt. Am Ende steht ein Leitsatz an der Wand des Konferenzraums.
  10. Die Umsetzungs-Illusion: Niemand trägt Verantwortung dafür, die Positionierung im Alltag erlebbar zu machen. Die Geschäftsführung hat im Tagesgeschäft keine Zeit, die Strategie verschwindet in der Schublade, und am Markt ändert sich nichts.

Die eigene Positionierung ist kein Nebenbei-Projekt.

Viele Unternehmen investieren erheblich in Produkte, Vertrieb und Technologie und behandeln die eigene Positionierung trotzdem als Nebenprojekt. Dabei entscheidet sie, ob Kunden, Partner und Bewerber Sie wählen. Wenn Sie wissen wollen, wo Sie heute stehen, ist ein ehrlicher Blick von außen der beste erste Schritt.

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